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2008-01-22 20:33

Pressemeldung des Tages: "Jede freie Minute nutzen" zur Reduktion der Wildschweinpopulation

Vom Jagd – Hege – Naturschutz – Informationsdienst des
Landesjagdverband Baden-Württemberg in Stuttgart folgende Presseaussendung erhalten:


Stuttgart, 21. 1. 2008

Wildschweine auf dem Sofa
Wohnzimmer, Frisörläden, Bäckereien: Immer häufiger treibt es „die Sau durchs Dorf“

Wildschweine stürzen sich durch geschlossene Terrassentüren, stürmen Geschäfte oder flanieren einfach nur am helllichten Tag über die Straßen. Gleich mehrere Vorfälle dieser Art jagten am vergangenen Wochenende in verschiedenen Orten des Landes den beteiligten Menschen ordentliche Schrecken ein.

Nicht zu Unrecht: Wildschweine sind sehr kräftig, haben ein ausgeprägtes Gebiss mit 44 (!) Zähnen und können sehr angriffslustig sein, wenn es z. B. darum geht, ihren Nachwuchs zu verteidigen oder wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen.

Der Landesjagdverband empfiehlt daher, bei Begegnungen mit Wildschweinen vorsichtig zu sein. Man müsse jedoch keinesfalls Angst haben, z. B. bei einem Waldspaziergang ohne weiteres angegriffen zu werden. Alle heimischen Wildtiere haben eine natürliche Scheu vor dem Menschen – solange man sie in Ruhe lässt.

Warum mehren sich zurzeit die Meldungen über Begegnungen mit Wildschweinen? Sie gehören zu den Wildtieren, die mit ihrer vom Menschen geprägten Umwelt eher gut fertig werden. Dazu zählt vor allem ein verbessertes Nahrungsangebot durch den menschlich bedingten Klimawandel sowie durch sich ausbreitenden Maisanbau. Im Zusammenspiel mit milden Wintern sorgt dies für eine sehr hohe Vermehrungsrate. Mit unserer sich ausbreitenden Besiedlung rücken wir ihnen immer mehr auf die Schwarte; unsere Lebensräume überschneiden sich.

Da Wildschweine in Deutschland keine natürlichen Feinde haben und ihre ungebremste Vermehrung neben den genannten unliebsamen Begegnungen auch Wildseuchen sowie Schäden an Feldern und Wiesen fördert, sind die Jäger gefragt. Der Landesjagdverband ruft seine Mitglieder dazu auf, vor allem in den „Brennpunktgebieten“ jede freie Minute zu nutzen, um – stets unter Beachtung der Grundsätze des Tierschutzes – einer übermäßigen Vermehrung entgegen zu wirken.

Da bin ich froh, dass in Wien die Wildschweine im Lainzer Tiergarten zuhause sind und doch eher weniger mit überaus aktiven Jägern gerechnet werden muss, die “jede freie Minute” nutzen, um den Wildschweinen den Garaus zu machen.

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