Typographie vs. Tastaturbelegung
Horizontaler Strich ist nicht gleich horizontaler Strich. Der Unterschied zwischen Bindestrich oder Gedankenstrich ist aus typographischer Sicht höchstrelevant, und hier sehr gut beschrieben.
“Verbinden, Ergänzen oder Trennen” – das ist der kurze Strich.
“Aufzählen, Abziehen oder – einen Gedanken – einschieben” – das ist der lange Strich.
Also gilt die Merkregel Bindestrich=kurz, Trennstrich=lang nicht. Dem langen Strich zu seinem Recht verhelfen geht nur über Sorgfalt, der Gedankenstrich setzt einen Gedanken ab, und hier veranschaulicht der längere Strich das sehr klar. Der Auslassungsstrich für die Kommastelle bei Währungen ist weniger intuitiv (“17,– Euro”), und das Minuszeichen hatte ich bis vor kurzem ganz einfach falsch gespeichert. Dass beim Minuszeichen der lange Strich und nicht der kurze gesetzt wird, hat sich aber auch nicht zu den Herstellern von Tastaturen herumgesprochen. Gerade im Ziffernblock könnte doch sehr praktisch der lange Strich hinterlegt sein, ist er aber nicht.
D.h. es bleibt zur Eingabe dieses essentiellen Zeichens nur die Tastenfolge [ALT] + [0150] (über den Ziffernblock) für Windows, bzw. (viel logischer) [ALT] + [-] unter Apple.
Dieses Schicksal der Nichtpräsenz auf der Tastatur verbindet den Gedankenstrich mit dem Mittelpunkt) · – der z.B. als Linktrenner Vorteile im Sinne der Barrierefreiheit gegenüber dem Senkrechten Strich | hat. Allerdings gefällt mir die Verballhornung “Silbenwurm” für den senkrechten Strich äusserst gut – erstaunlich, dass dieser Begriff nur 8 Google Treffer zeitigt.
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Zur geschätzten Kenntnisnahme:

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