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2008-02-27 22:26

Das blaue Monster aus der gähnenden Leere

Hugh MacLeod ist ein Held des Webs. Und zwar weil er Cartoons auf die Rückseiten von Visitenkarten zeichnet. Und die unter gapingvoid auch als Widget anbietet:

Und dieser Mann hat einen weiteren Streich abgeliefert: The Blue Monster – einen Cartoon für Microsoft.

The Blue Monster - Microsoft: Change the world or go home

Das blaue Monster mit seinem Claim: “Microsoft – change the world or go home”.
Der Claim kann vielfältig angewandt werden:

Microsoft telling its potential customers to change the world or go home.
Microsoft telling its employees to change the world or go home.
Microsoft employees telling their colleagues to change the world or go home.
Everybody else telling Microsoft to change the world or go home.
Everyone else telling their colleagues to change the world or go home.
And so forth.
[…]
Basically, Microsoft is in the world-changing business. If they ever lose that, they might as well all go home.

Ziel der untergründigen Blue Monster Kampagne ist das Rückgewinnen der Definitionsmacht für Big-M durch ein Ironisieren des schlechten Microsoft Images und beinah kokettem Spielen mit dem Status des Global Players – möglich gemacht durch das Zauberwort “Change” (s. aktuell die Verheissungen der Obama-Blase die durch ein “Change – yes we can” aufgefüllt wird), dem aber das freche “or go home” gegenübersteht. Nicht dass nachhause gehen per se negativ besetzt wäre (positiver wäre natürlich noch ein “come home”), aber die Veränderung der Welt ist ein einigermassen höheres Ziel als zuhause zu sitzen (das kann man dann immer noch machen, wenn es mit der Veränderung der Welt nicht so recht klappen will).

Ob noch ein interner Schmäh “eingebettet” ist, und das blaue Monster gar dem Berserker Ballmer ähnelt, können dann wohl nur MS-Insider beantworten.


Ein Artikel der Business Week übers Doodeln (Gekritzel) als kreative Übung mit hohem Überraschungsfaktor und inspirierendem Ergebnis durchs Hinterlaufen eingefahrener Kommunikationswege

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2007-09-13 12:47

7 Gründe, warum es ist kein Fehler ist, sich zu widersprechen

Jason Fried, Gründern von http://www.37signals.com/:“37signals” , antwortet in einem Blogeintrag auf die Frage, wie die Firma mit den oft widersprüchlichen öffentlichen Aussagen verschiedener Firmenmitglieder reagiert:
“I’d honestly love to see a post on how you guys handle some of the contradictions you make in public.”

Für Jason Fried sind die Widersprüche kein Problem, er versucht folglich auch gar nicht, sie weg zu argumentieren – eine PR-Strategie, die oft das Schlamassel vergrösster (“das war nicht so gemeint” – ach, so? wie war es denn gemeint? – oder: “das ist nicht die offizielle Linie” – wieso wird das dann öffentlich ausgesprochen? brauchen die Mitarbeiter einen Maulkorb (damit sie nicht mehr sagen, was sie denken?) oder brauchen sie Denkverbote (damit sie das sagen, was sie nicht denken, aber “offizielle” Linie ist?).

Er argumentiert mit der Kraft der Veränderung, die aus widersprüchlichen Aussagen durchscheint: “Statements are about now, not about forever.”
Der Wissensstand jeder Person ist immer ein temporärer, Erfahrungen und Austausch mit anderen verhilft zu neuen Einsichten, die Urteile und Äusserungen von früher alt ausschauen lassen können.

Nicht: Jeder hat ein Recht auf meine Meinung. Sondern: Jeder hat ein Recht auf eine neue Meinung – sofern diese auf Überlegung und Denkarbeit basiert.

37signals Mitarbeiter behaupten heute etwas anderes als vor einem Jahr – und es ist gut so, solange sie sich fundierte Gedanken vor ihren Urteilen gebildet haben. Für mich stimmt das Bild bei dieser Firma noch immer, sie sind dynamisch, sie sind innovativ und sie sind tatsächlich in der Lage ihre Produkte immer wieder und immer weiter zu verbessern.

Also gibt es 7 Gründe, warum es kein Fehler ist, sich zu widersprechen:

1) Fähigkeit zur Selbstkritik
Wer sich selbst widerspricht, der ist in der Lage, sich, seine Äusserungen und sein Tun zu hinterfragen – was der Befragung nicht standhält, wird geändert.

2) Widerspruch als Prinzip
Die Befragungen der eigenen Urteile kann stets aufs Neue erfolgen, wenn neue Einsichten gereift sind, oder Dinge unter neuem Licht gesehen werden können. Das Licht erhellt.

3) Die Veränderung weckt Neugier
Neue Urteile und widersprüchliche Äusserungen stossen beim Publikum mehrere Gedanken an: Was soll das? War das nicht alles anders? Wieso auf einmal so und nicht mehr so wie bisher? Hier wird ein Versprechen auf ein Neues geweckt – das eingelöst werden muss (durch ein Produkt[update] oder eine Argumentation/Meinungsäusserung)

4) Die Widersprüchlichkeit als Markenzeichen
Wenn die Veränderung nicht aufgesetzt ist, sondern von innen, aus dem Kreationsprozess heraus, geschieht, dann wird sie als authentisch erlebt und mit dem Produkt assoziiert.

5) Permanente Veränderung schützt vor Kopierbarkeit
Wer sich bewegt, ist schwer zu fassen. Ein Produkt, das sich laufend verändert (und zwar auch bei den “kleinen Dingen”) ist schwerer zu kopieren.

6) Der Mut zur Veränderung erhöht das Ansehen
Wer sich immer wieder neu erfindet (und sei es nur in Teilen), zeigt seinen Mut – und Mut imponiert, weil er die Integrität der Person/Institution betont.

7) Widerspruch und Veränderung beugen Langeweile vor
Wer sich widerspricht und sich verändert, provoziert Widerspruch und somit eine emotionale Einmischung und Auseinandersetzung. Widersprüchlichkeiten werden wahrgenommen

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2007-03-08 09:34

Nintendo Wii - Interviewserie mit den Entwicklern der Spiekonsole

Eine sehr besondere Idee als Nachlese zu einem besonderem Produkt: der Präsident von Nintendo, Saturo Iwata, interviewt seine Mitarbeiter zur Nintendo Wii. Iwata aks beleuchtet jeden Aspekt des Designprozesses: Die grundlegende strategische Entscheidung, die neueste verfügbare Technologie nicht in das Wettrüsten um bessere Grafikleistung zu lenken (nicht “faster and flashier” zu werden), sondern ein völlig neues Benutzererlebnis zu ermöglichen; sparsamen Energieverbrauch für eine stationäre Konsole als zentrales Thema zu erfassen (dabei die Erfahrungen im Konzern bei mobilen Geräten nutzend); als Zielgruppe die gesamte Familie zu verstehen, und daher das optische Erscheinungsbild edler zu gestalten (die Konsole wie einen Einrichtungsgegenstand und nicht wie ein Spielzeug aussehen lassen); die Vorgabe mit der Wii nicht grösser als 3 DVD Packungen werden zu dürfen…

Produktentwickler Akio Ikeda über das Konzept hinter dem neuartigen Controller:

I felt that it should be both “Simple” and “Comfortable”. I believe this is the overarching concept behind Wii. I was always aware that the controller should be usable by anyone, and that it shouldn’t be seen as an enemy. Indeed, it should make you want to pick it up.

http://wii.nintendo.com/iwata_asks_vol2_p1.jsp

[via Good Experience ]

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2006-04-14 23:06

wiener walzer

heute war eine meldung, dass die asfinag plant, autobahnen (hartes [strassen]netz) mit einem wlan-netz (weich) zu überziehen. interessant für alle beifahrer mit multigamer absichten (wardriver kriegt eine neue bedeutung). ich für meinen teil fahre soeben seit längerem wieder mal mit dem zug und bin, hurra, zum ersten mal online dabei. nachdem ich zuerst (how peinlich can you be) die steckkarte falsch eingeschoben hatte und schon an der prinzipiellen funktionalität zweifelte (merke zuerst: schuld sind die anderen), schmökerte ich weiter/wieder im 37signals book getting real .
ein sehr nettes zitat konnte ich mit einem kürzlichen meeting assozieren, bei dem die idee verkauft werden sollte, und kein bisschen einer umsetzung:

It’s so funny when I hear people being so protective of ideas. (...)
To me, ideas are worth nothing unless executed. They are just a multiplier. Execution is worth millions.
Explanation:
Awful idea = -1
Weak idea = 1
So-so idea = 5
Good idea = 10
Great idea = 15
Brilliant idea = 20
No execution = $1
Weak execution = $1000
So-so execution = $10,000
Good execution = $100,000
Great execution = $1,000,000
Brilliant execution = $10,000,000

To make a business, you need to multiply the two.
The most brilliant idea, with no execution, is worth $20. The most brilliant idea takes great execution to be worth $20,000,000.
That’s why I don’t want to hear people’s ideas. I’m not interested until I see their execution.
-Derek Sivers, president and programmer, CD Baby and HostBaby

recht hat derek sivers, sehr recht ;)

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2005-11-07 00:09

Letter James - virtueller Graffitibutler

Kinoplakat: highlyoverrated.info


Metroschild highlyoverrated.info

Letter James – auf vorgegebenen Bildern die eigene Botschaft hinterlassen, inkl. Druckservice etc. für nette Präsente
[via die ständige reise]

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2005-08-09 21:45

Relaunch von amazon.com

Ich weiss nicht, wann genau er passiert ist, allzu lange dürfte es noch nicht her sein. amazon.com hat einen Relaunch der Seite unternommen, der recht bemerkenswert ist. Dankenswerterweise hat z.B. die deutsche Seite noch nicht nachgezogen, und so kann man sehr leicht noch den vorher-nachher Vergleich durchführen:

Vorher: die aktuelle deutsche Seite von amazon.de
Screenshot amazon.de

Nachher:
Screenshot amazon.com

Die neue Navigation – Rückzug der Reiterarmee, Einfallen der überfliegenden Navigationseinheit:
Screenshot amazon.com mit neuer Flap-Navigation

Vorher: die deutsche Seite mit ausgeblendeten Bildern
Screenshot amazon.de - Ansicht ohne Bilder

Nachher: amazon.com mit ausgeblendeten Bildern
Alle Navigationselemente sind textbasiert gelöst und funktionieren auch ohne die Hintergrundbilder
Screenshot amazon.com - Ansicht ohne Bilder

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2005-07-25 21:59

Verstreut

MS Vista meets Caspar David Friedrich

Das neue Windows Betriebssystem wird also nicht Longhorn heissen, was ja von vornherein klar war, zu viel Fleisch ist schliesslich ungesund. Windows Vista stabreimt ausserdem etwas besser. Große Versprechen in großen Tönen auf der Produkthomepage:

Bringing clarity to your world.
Today we live in a world of more information, more ways to communicate, more things to do. There is more you can do and even more you can discover.
[...]
It seamlessly connects you to information, people, and devices that help you get the most out of life.

Get the most out of life – MS Vista, die neue Zitronenpresse fürs Leben.
[via tangled up in purple]

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2005-07-07 13:12

flip flop – seiten sprechen bände

ein kurzer vergleich der webauftritte erzählt alles über den stand der marken:

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