Brachliegende Zahlen - der Irrsinn fehlender Datenvisualisierung am Beispiel der EU
Im Glauben an die Macht der Aufklärung durch Wissen ist es eine Erschütterung ohnegleichen, die mich immer wieder befällt, seit ich die Möglichkeiten der Datenvisualisierung bei Hans Rosling kenne:
Meine Erschütterung rührt daher, dass die Vermittlung und Präsentation von Daten nicht automatisch a la Rosling gemacht wird – sondern überall die spannendsten Daten in Tabellenfriedhöfen begraben liegen (vorausgesetzt die Daten sind überhaupt zugänglich). Im Bereich der EU und des EU-Mitgliedslandes Österreich schaut es meines Wissens nach sehr düster aus.
Mein erkenntnisleitendes Interesse heute war der Pro-Kopf-Verbrauch an Bier in der EU (ausgehend von 108 Litern pro Kopf in Ö-Land) – die besten Zahlen dazu liefert der Brauer Bund – bei der EU findet man ein Gesundheitsportal mit einer Statistiksektion, in der sich pdf-Charts (wie diese zum Alkoholverbrauch pro Kopf ) verbergen.
Bei der Statistik Austria scheitere ich auf dieser Seite an der Qual der Wahl zwischen “Datenbank ISIS” und “Datenbank SuperSTAR” – im Zweifel will ich natürlich “Superstar” sein, aber bedienen lässt sich dieses Tool nicht ohne Einschulung.
Ohne das Thema anzuschneiden, welche Daten und Datenbanken frei zugänglich gemacht werden sollten: die prinzipiell vorhandenden und frei zugänglichen Daten sind schlecht aufbereitet und mit keinen oder umständlichen Interfaces erschlossen. Entweder es gibt einen Grund, die Daten für die Öffentlichkeit so zu verschliessen (weil sie politischen Sprengstoff bergen) – das wäre die verschwörungstheoretische Sichtweise (die der Realität zuviel Rationalität zumutet). Oder es ist schlichte Ignoranz und Unwissenheit über die Möglichkeiten des Internets, wie aus Daten Wissen, und aus Wissen Aufklärung entstehen kann (auch im Sinne von “Licht für den Standort”).
Abgelegt unter: Informationsarchitektur Wissen ist Macht |
Kommentare

Den Tod anzeigen
Beim Aufräumen der Mailbox (Lektüretipp: Bit Literacy von Mark Hurst) auf einen Hinweis auf trauer.de gestossen, einem Projekt, das die Todesanzeigen zahlreicher Regionalzeitung in Deutschland auf einem Portal bündelt. Ergänzt werden die Todesfälle der Normalsterblichen durch prominente Todesfälle – aktuell die bemerkenswerte Koinzidenz der Abgänge von Antonioni und Bergman am gleichen Tag. Trotz der Präsentation mit Bild und Kurzbiografie kann dieser Teil des Angebots aber nicht mit Wikipedia konkurrieren, hier wird akribisch Totenbuch geführt, und das ganze unter dem wirklich unvergleichlichen Namen: Nekrolog
In Sachen Präsentation hat man im Westen Österreichs die Nase vorn: die Todesanzeigen der Vorarlberger Nachrichten bieten die Todesanzeigen online im Layout der Printanzeigen.
Dies trägt der gefühlten Einschätzung des gelernten Vorarlbergers Rechnung, dass dort die meist gelesenen Seiten einer Zeitung die mit den Todesanzeigen sind.
Im Osten Österreichs ist der Umgang mit Sterbeanzeigen ein anderer, Todesanzeigen erscheinen hier in der Regel erst ab Minister- oder Präsidentenrang.
Abgelegt unter: Informationsarchitektur Onlinemedien Deutschland |
Kommentare [2]

Identity 2.0
Inspirierende Präsentationsart und Wissensvermittlung in Sachen ID
[via Information Architects Japan ]
Abgelegt unter: Informationsarchitektur WOW – that’s the web |
Kommentare

Handyverbot in der U-Bahn in Tokio
Japan gilt im Bereich der Mobilkommunikation ja schon lange als das Vorreiterland schlechthin, die japanischen Schulmädchen haben SMS grossgemacht ist einer meiner liebsten urbanen Mythen.
Aus erster Hand kommt jetzt aktuelles Anschauungsmaterial zum aktuellen Umgang im Handygebrauch in Tokioter U-Bahnen. Das bimmelnde und ringtönende Orchester des mobilen Schreckens wird in seine Schranken gewiesen, die U-Bahnfahrgäste sind angehalten, ihr Handy lautlos zu schalten und vom telefonieren Abstand zu nehmen.

Immerhin: das Schreiben von Textnachrichten (SMS oder wohl eher Emails) bleibt gestattet. Das wird die Schulmädchen freuen.
Ein anderes Schild zeigt, dass das Handyverbot wohl auch für den Priority Seat gilt. Hier wird der Mensch mit Herz(schrittmacher) angesprochen, der wie die Kollegen mit Stock, Gipsfuß, Kleinkind und Schwangerschaftsbauch bemerkenswert unisex gehalten ist 
(im Vergleich dazu die vor ein paar Monaten vorgestellten genderten Piktogramme für die Wiener Linien )
[via Si in Tokio ]
Abgelegt unter: Mobiler Content Informationsarchitektur |
Kommentare [2]

Morningstar
Sehr übersichtlich und mit Liebe ins Detail gemachte Seite für US-Börseninformationen: morningstar.com
Gleich den Artikel Why the media sector is far from dead gelesen, mit Zustimmung natürlich ;)
Die Sitemap gefällt mir ebenso wie der Community-Bereich mit dem entzückenden Sprechblasen-Icon, das beim Drüberfahren auftaucht.
Eine nette Idee für eine Werbeplatzierung: ein einzeiliger Textlink direkt neben den Suchfeldern im Kopfbereich.
[via signal vs. noise blog]
Abgelegt unter: Informationsarchitektur Content |
Kommentare

web 2.0 - Bauklötze staunen
Zum Jahreswechsel kommen die Rückblicke – und die Best of Listen.
Sehr beliebt und mitunter sehr aufschlussreich im Bereich der Web 2.0 Applikationen; webbasierte Anwendungen bei denen es immer wieder Bauklötze zu staunen gibt.
- aus der Top 10 Liste von Mark Millerton auf ArticleDashboard.com gefällt mir ganz ausgezeichnet Rolly – der simple Generator eigener Suchmaschinen, basierend auf der Yahoo-Suche. Noch nicht sehr kreativ: meine erste Rollyo-Suche
- aus Dion Hinchcliffe’s Best of Liste springt mich (neben den alten Bekannten a la Basecamp) der Word-Ersatz Writely richtig lüstern an.
- ganz ohne top10 Liste (und auch schon vor 2005 online imhr) die beste Kartenanwendung meines Wissens nach: http://map.search.ch – hopp schwyz
Abgelegt unter: WOW – that’s the web Informationsarchitektur |
Kommentare

Beyond this place, there be dragons!
Wie Lesen die Gedanken beflügelt, ein Buch über die Auffindbarkeit zum Mysterium der 5. Wiener U-Bahnlinie führt, gutes Webdesign ohne Informationsarchitektur, Lesbark und Strukturierung der Inhalte null und nichtig ist, und ich am Ende wieder ein Buch erwerbe.
» weiterlesen...
Abgelegt unter: Informationsarchitektur Literatur |
Kommentare

Washingtonpost mit verschiedenen Versionen der Homepage
Eine große Revolution ist das nicht, aber bei großen Seiten sind kleine doch feine Änderungen ausschlaggebend. Die Startseite von Washingtonpost.com gibt es ab sofort in einer lokalen und einer nationalen/internationalen Variante.
On the local home page, you will still receive all the major national and international stories of the day, but you’ll also see a greater emphasis on local news, traffic, weather, entertainment and features. On the national/international page, you will find news and perspective from around the globe, as well as local stories that we believe will resonate outside the Beltway.
Das trifft sicher sehr gut die Erwartungshaltungen der jeweilgen Benutzer und entspricht dem vorhandenen Content (Entertainment erwartet sich der internationale User nicht primär von WP, wohl aber jemand der vor Ort ein rundum-Service haben will).
Default-mässig erhält man die internationale Seite, nach der Registrierung erhalten die Beltway-User die regionalisierte Seite. Die Einstellungen lassen sich (selbstverständlich) ändern.
Abgelegt unter: Content Informationsarchitektur |
Kommentare

Kapitel: Deplatzierte Werbung
Die Bewerbung eines Online-IQ Tests mit der Frage Which state is surrounded by the most water? ist in einer Diashow zum Katrina Hurricane Desaster in Louisiana fehl am Platz (» grössere Ansicht)
[Screenshot: washingtonpost.com]
Abgelegt unter: Informationsarchitektur Werbung |
Kommentare

Relaunch von amazon.com
Ich weiss nicht, wann genau er passiert ist, allzu lange dürfte es noch nicht her sein. amazon.com hat einen Relaunch der Seite unternommen, der recht bemerkenswert ist. Dankenswerterweise hat z.B. die deutsche Seite noch nicht nachgezogen, und so kann man sehr leicht noch den vorher-nachher Vergleich durchführen:
Vorher: die aktuelle deutsche Seite von amazon.de
![]()
Die neue Navigation – Rückzug der Reiterarmee, Einfallen der überfliegenden Navigationseinheit:
![]()
Vorher: die deutsche Seite mit ausgeblendeten Bildern
![]()
Nachher: amazon.com mit ausgeblendeten Bildern
Alle Navigationselemente sind textbasiert gelöst und funktionieren auch ohne die Hintergrundbilder
![]()
Abgelegt unter: Informationsarchitektur Marken |
Kommentare [2]
